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18Jul2011

Frankfurt hat gewonnen!

Rund 450.000 Besucher auf der Fanmeile. Das Stadion zu 92 Prozent ausgelastet. Dazu eine friedlich-faire Partystimmung – die FIFA Frauen-WM in Frankfurt war ein denkwürdiges Ereignis für die Mainmetropole und beste Imagewerbung für Frankfurt – das Herz des Frauenfußballs.

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„Die mediale Aufmerksamkeit für Frankfurt während dieser WM war enorm, das war eine fantastische Öffentlichkeitsarbeit für unsere Stadt", mit diesen Worten zog Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth eine sehr positive Bilanz der FIFA Frauen-WM 2011 für die Mainmetropole. Diese teilte auch Sportdezernent Markus Frank: „Die Fußballfrauen-Weltmeisterschaft 2011 war ein voller Erfolg und Frankfurt darf sich als Gewinner fühlen. Das dreiwöchige Weltturnier hat für einen großen Imagegewinn gesorgt. Unser Slogan „Frankfurt - das Herz des Frauenfußballs", der ja von starken Fakten unterlegt ist, hat sich durchgesetzt."

„Frankfurt - das Herz des Frauenfußballs"

Bereits vor dem Anpfiff am 26. Juni hatte die Stadt Frankfurt unter dem Titel „Frankfurt - das Herz des Frauenfußballs" eine umfangreiche Öffentlichkeitskampagne gestartet. Mit einer großen Kick-off-Veranstaltung im September letzten Jahres, einer Reihe von Presseveranstaltungen, einer Ausstellung zur Geschichte des Frauenfußballs in Frankfurt, einer großen Road-Show, der Fotoaktion „Dein Herz für Frankfurt" sowie einer Internet-Plattform mit vielen Multimediaangeboten - sie erreichte übrigens 90% der Zugriffszahlen der Männer-WM-Website - wurde der Boden bereitet für eine starke Aufmerksamkeit auf Frankfurt als zentraler Spielort dieser Frauen-WM.

Mit der spektakulären Eröffnungsshow „Ballzauber" am Vorabend des Turnierbeginns hatte Frankfurt ein bundesweites Alleinstellungsmerkmal. Die Show sahen 120.000 Besucher vor Ort und sie wurde live in hr3 und zeitweise auch im Aktuellen Sportstudio des ZDF übertragen. In allen Nachrichtenkanälen waren sogar am Sonntagabend noch Ausschnitte zu sehen. Auch ausländische Sender, darunter China TV, berichteten vom Ballzauber. Der größte amerikanische Sportsender ESPN hatte am 30. Juni rund 5 Stunden live vom Opernplatz berichtet. Seit dem Halbfinale hatte auch Nippon TV umfangreich aus Frankfurt gesendet.

Medienmittelpunkt der WM

Auch während des Turniers gab es neben der Print- auch eine groß angelegte Fernsehberichterstattung. Das ZDF sendete sein Morgenmagazin von der Dachterrasse des Gästezeltes am Main. Am 29. Mai berichtete das Zweite fast ganztägig immer wieder vom Weltrekordversuch im Frauen-Elfmeterschießen, der mit einem Frankfurter Erfolg endete. Zwischendurch sendeten - neben der ARD-Sportschau und dem hr-Heimspiel - auch die meisten Privatsender von der größten Fanmeile der WM. Frankfurt war damit nicht nur zentraler Spielort, sondern auch Medienmittelpunkt dieser WM.

Weibliche, familiäre und entspannte WM

Auch das Konzept, neben dem Public Viewing ein vielfältiges Kulturprogramm war erfolgreich. Tausende nutzten Abend für Abend das Angebot, in den Frankfurter Fußballgärten zu feiern, zu essen und zu trinken. Am Ende waren es rund 450.000 Besucher. Beim Publikum sowohl auf der Fanmeile, als auch im Stadion wurden die Annahmen voll erfüllt: Es war weiblicher, familiärer und entspannter gegenüber 2006. Dementsprechend war auch die allgemeine Sicherheitslage: Die Polizei hatte praktisch keine Einsätze zu vermelden, ähnlich wie die Rettungskräfte. Alles war ruhig.

USA gegen Japan - ein Frankfurter Traumfinale

Auch im WM-Stadion konnte eine erfolgreiche Bilanz gezogen werden. Zu rund 92 Prozent waren die Spiele ausverkauft. Ein Wermutstropfen war natürlich das Ausscheiden der deutschen Mannschaft, schließlich waren alle auf ein deutsches Finale gehofft. Dennoch war die Paarung USA gegen Japan so etwas wie ein Traumfinale für Frankfurt. So gibt in Frankfurt und Rhein-Main starke und lebendige Communities aus beiden Ländern und die USA sind Frankfurts größter Tourismusmarkt mit jährlich 420.000 Übernachtungen am Main, auf Platz 5 liegen die Japaner mit rund 130.000 Übernachtungen. Besonderes Highlight war der flankierende Besuch der Botschafter beider Länder auf der Fanmeile. Mit in der Delegation des amerikanischen Botschafters Philip D. Murphy war u.a. auch Chelsea Clinton, Tochter von Ex-Präsident Bill Clinton sowie seiner Frau, der amtierenden Außenministerin Hillary Clinton.

Unter dem Strich hat sich für Frankfurt der große Einsatz mehr als gelohnt. Die Stadt war drei Wochen lang die Welthauptstadt des Frauenfußballs. Und sie hat bewiesen, dass sie das Herz des Frauenfußballs ist.

Perspektive über die WM hinaus

Und dieses Herz bleibt sie auch: Denn mit zahlreichen Mädchen-Fußballprojekten, einer ganzen Reihe von Frauenfußballvereinen sowie dem Flaggschiff 1.FFC Frankfurt ist hier der Frauenfußball in Breits und Spitze gut aufgestellt. Der Frauenfußball in Frankfurt hat Zukunft und so ist es zu hoffen, dass ein bisschen vom WM-Hype in das Stadion am Brentanobad einzieht, wenn die Frankfurterinnen am 21. August die erneute Jagd nach Titeln aufnehmen.


18.07.2011 - 13:41 « zur News-Übersicht


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