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01Mai2011

Wo geht's lang Kerstin... in der WM-Vorbereitung?

Die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft läuft bei der deutschen Frauen-Nationalmannschaft auf Hochtouren. Kerstin Garefrekes berichtet die Inhalte der DFB-Lehrgänge und über das Zusammenwachsen des Teams und die Lust am Fußballspielen.

WM-Stadt Frankfurt: Mit dem Lehrgängen der Nationalmannschaft in Bitburg und Köln hat für Euch die WM-Vorbereitung nun begonnen. Was war Gegenstand der Vorbereitung?

Kerstin Garefrekes: Einige Nationalspielerinnen waren beim ersten Lehrgang in Bitburg noch nicht vor Ort, weil sie mit ihren Vereinen im Halbfinale der Champions League aktiv waren. Daher waren wir dort nur mit einem relativ kleinen Kreis von 15 Spielerinnen vertreten, konnten dies aber nutzen, um konzentriert im individuellen Bereich zu trainieren. Im Vordergrund stand dabei die Verbesserung der technischen Fertigkeiten z. B. Passspiel in allen Varianten, Dribblings mit verschiedenen Richtungsänderungen, Kopfballspiel und natürlich auch viel Torschuss.

Beim zweiten Lehrgang in Köln konnte das Trainerteam zum ersten Mal auf den kompletten Kader zurückgreifen, wobei in diesen Tagen sehr intensiv an der Athletik gearbeitet wurde. Zum Abschluss des Lehrganges durften wir beispielsweise im Wald sechsmal eine Treppe mit 220 Stufen bewältigen. Für uns Spielerinnen ist dieser Lehrgang sicherlich nicht der beliebteste, da wir -abgesehen von einer Basketballeinheit und Medizinbällen- keinen Ball gesehen haben. Aber wir wissen, dass diese Trainingseinheiten der Grundstein für eine erfolgreiche Weltmeisterschaft sind.

WM-Stadt-Frankfurt: Bis vor wenigen Wochen waren viele Spielerinnen in der Bundesliga noch erbittere Gegnerinnen. Insbesondere zwischen den Frankfurterinnen und den Spielerinnen aus Potsdam ist ja immer ein gewissen Knistern zu spüren gewesen. Wie schafft ihr es, in so kurzer Zeit zum geschlossen Team zu werden?

Kerstin Garefrekes: Natürlich besteht zwischen den Vereinen eine sportliche Konkurrenz, gerade auch zwischen den beiden erfolgreichsten deutschen Vereinen. Aber wir Spielerinnen können gut zwischen Verein und Nationalmannschaft unterscheiden. Wir kennen uns teilweise schon seit mehreren Jahren. Außerdem verfolgen wir in der Nationalmannschaft gemeinsame Ziele. Jede Spielerin weiß, dass gerade ein so großes Ziel wie der Gewinn einer Weltmeisterschaft nur möglich ist, wenn wir als Team agieren.

WM-Stadt-Frankfurt: Nun stehen die beiden Lehrgänge in Kaiserau und Bitburg auf dem Programm. Hier geht es ja um Spielformen und Abwehrverhalten. Kommt für Euch nun der angenehmere Teil der Vorbereitung?

Kerstin Garefrekes: Sicherlich freuen wir uns darauf, dass wir endlich wieder Fußball spielen dürfen, aber die beiden nächsten Lehrgänge in Kaiserau und Bitburg werden auch sehr anstrengend werden. Ich gehe davon aus, dass wir pro Tag 5-6 Stunden auf dem Trainingsplatz sein werden und sehr konzentriert und detailliert an dem taktischen und spielerischen Verhalten feilen werden. Das ist sicherlich nicht immer nur angenehm, sondern es steckt auch sehr viel Arbeit darin.


01.05.2011 - 14:53 « zur News-Übersicht


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